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Kunst im öffentlichen Raum (3)

In Zeiten von Photoshop, Instagram und Kai's Power Goo begegnet die Öffentlichkeit den Erzeugnissen der Photographie zu Recht mit Skepsis. Trickser, Täuscher, Hasardeure haben es auf den Gutgläubigen abgesehen; und selten sind die Bilder geworden, welche Lebenslust und gute Laune mehren und steigern. So setzt ein kleiner Handwerksmeister aus Dietzenbach dem Trend zur werberisch-manipulativen Bildbearbeitung ein entschiedenes Ende. Alle drei Sprinterfotos stellen exakt das dar, was sie zeigen sollen, nicht mehr, nicht weniger; sie sind so real, daß es wehtut. Zum brutalen Naturalismus der Bildgebung tritt als Kontrapunkt der zärtliche Lyrismus der Betextung – gelang es Herrn Adicon doch, mit "Fugenbandklemmkonstruktion", "Reaktionsharzverpressung" und den "Werten" die drei allerschönsten Wörter der deutschen Sprache auf nur einer Fläche zu vereinigen! Die Jury bemängelt lediglich, daß die Werte nicht auch noch illustriert wurden und auf diese Weise – Bundespräsident Gaucks Rede dazu ist uns allen noch schmerzhaft im Ohr – nolensvolens zurückgesetzt werden. Sind Werte etwa weniger wert als eine gelungene Fugenbandklemmkonstruktion? Wenn wir nach Hause kommen und merken, daß die Aufrichtigkeit tropft, die Gerechtigkeit wackelt oder die Pünktlichkeit Schluckauf hat – dann wollen wir von einem Werteinstallateur bedient werden, der seinen Leistungskatalog noch stolz auf seinem Minibus zur Schau stellt. Andernfalls haben die Terroristen schon gewonnen.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Das ist weder ein kleiner Handwerksmeister, noch ist er aus Dietzenbach.

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