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Analogerotik

Dialog im Zug. Zwei Arbeitskolleginnen, die eine Typ schwäbische Realschullehrerin, die andere russische Oligarchin.
"Kannscht du dich hier ins Netz ei'logge?" fragte die Biederfrau.
"Nein", rollte die Oligarchin, tiger- oder taigagleich, sinnlich-mysteriös, ja fast aufreizend, und doch von kühler Entschlossenheit, "für das, was ich gleich vorhabe, brrrauche ich kein Internet."

Ich weiß nicht warum, aber dieser Satz jagte mir noch eine halbe Stunde lang wohlige Schauer das Rückenmark entlang. War es die Assoziation mit russischen Geheimagenten, mit mir unbekannten, aber um so gefährlicheren Spezialtechnologien? War es meine Unfähigkeit, mir so etwas wie Leben außerhalb des Internets überhaupt nur vorzustellen? War es die Reminiszenz an den Horrorklassiker "Event Horizon" ("Wo wir hingehen, brauchen wir keine Augen")? Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, ab sofort jeden Tag mindestens eine Stunde lang das Internet auszumachen. Ich bin sehr gespannt, was passiert.

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