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Das Feuer des freien Willens

Vor kurzem habe ich die Bild-Zeitung mit gewissen Mitgliedern einer freiwilligen Feuerwehr verglichen, die die Brände mit fast ebenso großem Vergnügen löschen, wie sie sie legen. Nun erreichen mich täglich zornentbrannte (!) Briefe von Mitgliedern verschiedener freiwilliger Feuerwehren, die mir wünschen, im Notfall auf ihre Dienste angewiesen zu sein, dann würde ich ja mal sehen, und so weiter. Eventuell stoße ich damit  ja in ein Wespennest, aber hat schon mal jemand die Notwendigkeit einer staatlich garantierten Feuerwehr erwogen? Auch im ländlichen Raum? Mit Gutachten und Scheinen und so? Ich fände es wirklich gut, wenn man in diesem Berufsfeld die Quote leicht angeknackster Zürneriche mit Vernichtungsphantasien weiter senken könnte.

PS. Laut Wikipedia gibt es 1.082.858 Feuerwehrler in Dtl., davon sind lediglich 27.603 (!) Berufsbrandkämpfer. Zum Vergleich: Es gibt 237.700 Ärzte in Deutschland, davon die Anzahl ungelernter Laien mit psychischen Problemen: ~7000 (eigene Schätzung). Wespennest, ick hör' dir trapsen!

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Hallo Herr Fischer,
da Sie so schön Wikipedia als Quelle für Ihren Unfug nennen, könnten Sie sich auch den Artikel über Brandstiftung zu Gemüte führen. Von den großzügig geschätzten 50 Mio Personen, welche in D überhaupt Brandstiftungen begehen (ohne Kinder, Senioren etc.) wären demnach 2,6% Mitglied einer FFW. Der Anteil an Brandstiftern in der FFW liegt bei WorstCase 2,3 Promille demnach immer noch ca. um den Faktor 10 unter dem der restlichen Bevölkerung.
Aber sammeln Sie doch schonmal Spenden für eine bundesweite Berufsfeuerwehr.
Anonym hat gesagt…
Hat schon mal jemand die Notwendigkeit eines völlig desinformierten, selbsternannten "Satirikers" erwogen?

Herr Fischer, um es mit einem echten, klugen Kopf zu sagen: Wenn man von irgendwas keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten, gell?

Sie machen Sich mit jeder neuer Äußerung zu dem Thema lächerlicher.

Gruß
Uli
Albert Kißlinger hat gesagt…
Hallo Herr Fischer,

in der Tat stoßen Sie damit in ein Wespennest. Denn die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren leisten wirkliches Ehrenamt. Und das 24/7 im Jahr.
Nun bin ich mir leider nicht sicher, ob Sie als Satiriker mit ihrem Beitrag in Bildblog nur provozieren möchten (wobei mir dann der Zweck der Provokation leider nicht klar wird), oder ob Ihnen unklar ist, welche Arbeit die Freiwillige Feuerwehr wirklich leistet und wie diese entstanden ist.
Dazu kann ich Ihnen zum Beispiel folgende Reportage empfehlen. Ein Journalist hat hier eine rein freiwillige Feuerwehr begleitet. http://geschichten.schachtier.de/
Sicherlich wäre eine staatlich organisierte Feuerwehr eine nette Idee. Nur ist 1. Feuerwehr Ländersache und 2. kosten die Freiwilligen Feuerwehren außer Material, entgangener Lohnkosten für den Arbeitgeber und Ausrüstung den Steuerzahler und den Staat keinen Cent. Im Gegensatz zu den Berufsfeuerwehren.

Ich finde es auch mehr als enttäuschend mit der Bild verglichen zu werden, die mit Hetze, falschen Informationen und Unwahrheiten ihr Geld verdient. Das haben die mehr als eine Million der ehrenamtlichen Retter wirklich nicht verdient.
Daher kommt wohl auch der Zorn, der Ihnen nun entgegenschlägt. Die Kameraden reißen sich tagtäglich den A... auf, um zu helfen und werden als Dank in einem eigentlich guten Blog ziemlich diffamiert.
Ich lade Sie gerne ein, die Tätigkeit einer Freiwilligen Feuerwehr anzusehen, um sich ihre Klischees eventuell bestätigen zu lassen, oder um ein neues Bild dieser nichtsnutzig herumsitzenden, besoffenen und pöbelnden Truppe zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen,
Albert Kißlinger

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