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Für das leibliche Wohl ist gesorgt

"Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit." Als ich dieses Epitaph in eigener Sache zuerst sah, dachte ich zunächst: Herrje, es reicht halt die Sprache nicht und nicht an die Verzweiflung heran, wenn man schon den Tod des Lebensmenschen mit Worten beklagt, die man normalerweise nach zehn Tagen Moselurlaub ins Gästebuch der "Café-Pension Schmankerlwirt" schreibt. Aber dann dachte ich mir: Ist das Leben nicht auch ein bißchen wie ein Aufenthalt im Schmankerlwirt? Man kommt aus den falschen Gründen und mit fehlgeleiteten Empfehlungen, wird sofort mit den falschen Leuten an einen Tisch gesetzt und muß dann erst mal warten, weil die Küche überhaupt erst aufmacht, was den Zuständigen viel weniger leidtut, als es sollte. Die Zimmer sind schlecht beheizt, ins Wlan muß man sich im Stundentakt neu einwählen, und wenn man dann auschecken möchte, stellt man fest, daß man die ganze Zeit auf Halbpension gebucht war und trotzdem immer teuer essen gegangen ist. Aber gleichzeitig ist das alles halt auch nicht so schlimm, weil es ja keine Fernreise war und ohnehin im Angebot, und für nur zehn Tage, was soll man sich da aufregen. Was ich sagen möchte: Mit einem Satz wie "Bedienung und Service supernett, und das Essen war DER HAMMER", mit so einem Satz kann man dem Schmankerlwirt Existenz Lebewohl sagen und seinen Hut nehmen, ohne sich selbst oder andere allzu sehr zu beschämen. Möget Ihr alle "Jederzeit wieder!" auf Eure Grabsteine schreiben können.

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