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Es werden Posts vom Februar, 2017 angezeigt.

Zum Umgang mit Hessen

Erst nach zehn Jahren Leben in Hessen bin ich drauf gekommen, wie man mit den Ureinwohnern umzugehen hat: Man muß sie unterbrechen! Hessen plappern in ihrem Grundzustand unentwegt munter durcheinander wie ein Schwarm nuschelnder Papageien. Die andernorts üblichen Gesprächspausen, die man dem Gegenüber höflicherweise anbietet, sind hier einfach nicht gebräuchlich; man fängt einfach an zu sprechen, sobald man Bock drauf hat. Steht auch in keinem Reiseführer!

Achtung, Archiv!

Im Jahr 2012 begannen die Deutschen, sich plötzlich für das Denken zu interessieren. Zahllose Bücher erschienen dazu, die meisten davon sind noch heute Bestseller. Mit Michael Ziegelwagner verfaßte ich eine Sammelrezension der wichtigsten Denkschriften.

Streßblick

Ein schönes Phänomen im Deutschland der abschmelzenden Mittelschicht: der Akademiker-Streßblick im Discounter. Herrschaften, die durch ihre Kleidung sonst Distinktion vorschützen, streunen durch die Supermärkte mit den Mienen verwilderter Hunde: die Lefzen hochgezogen, der Unterkiefer leicht entblößt, die Augen starr geradeaus gerichtet, die Designerhandtasche fest an den pilatesgegerbten Leib gekrallt. Ich gehöre nicht hierher, scheinen sie zu sagen, ich habe mich verirrt, ich bin von alldem angeekelt. So ähnlich müssen sich auch die Aristos aufgeführt haben, als sie aus dem revolutionären Frankreich geflohen waren: deklassiert und mit Insignien überholten Prunks ausgestattet, entwürdigt noch um Würde ringend. Denn richtig reiche Leute, die mehr haben als nur einen kümmerlichen Rest an kulturellem Kapital, gehen erstens nicht in Discounter und wenn doch, dann völlig entspannt, ja fast amüsiert: Ihnen kann ja nichts passieren. Wohingegen die Mittelschicht deutlich fühlt, daß sie nur d…
Neue Idee: Statt sich wieder und wieder vom Kapital übers Ohr hauen zu lassen, treffen sich die 99 Prozent zusammen mit den Resten der Arbeiterbewegung auf einem großen Kongreß, legen zusammen und beschließen dort, sich den 1 Prozent bedingungslos zu ergeben. Alles, was die 99% noch besitzen, wird den 1% überwiesen, Immobilien, Sparbücher, alles. Alle gehen fortan kostenlos zur Arbeit, murren nicht und tun, was man ihnen sagt; Waren und Lebensmittel gibt es nur als milde Gabe von oben. Der Vorteil: Die Oberschicht kann nun nicht mehr so tun, als ginge sie das alles nichts an, und kommt mit Phrasen wie "gebt euch halt mehr Mühe" nicht mehr durch - sie sind halt jetzt auch de jure wirklich an allem schuld, stehen in der Verantwortung und müssen sich echt was einfallen lassen. Für die 1% wäre der Vorteil, daß sie nicht mehr so verbissen nach Mehr streben müssen - es gehört ihnen ja eh alles - und sich auch untereinander wieder besser verstehen. Voraussetzung: Alle machen mit un…
Großes Dankeschön an die Dealer von der Konstablerwache, die mich immer noch ansprechen und mir so das Gefühl geben, ich sähe noch aus wie einer, der sich Drogen leisten kann.